Naturkosmetik vs. Nachhaltigkeit

Seit einigen Monaten beschäftigt mich ein Thema, das ich heute gerne mit Dir teilen möchte. Schließlich eilen wir mit großen Schritten auf Weihnachten zu, eine besinnliche aber auch nachdenkliche Zeit — lass‘ uns also ein bisschen plaudern :-)

Warum benutze ich eigentlich Naturkosmetik? Als ich mich damals entschied, auf Naturkosmetik umzusteigen, geschah dies zunächst nur wegen der Inhaltsstoffe. Viele Inhaltsstoffe der konventionellen Kosmetik waren in Verruf geraten und ich hatte für mich beschlossen, dass ich Mineralöl, Silikone & Co. nicht mehr auf meine Haut auftragen möchte. Diese Einstellung ist bis heute geblieben, auch wenn ich mittlerweile viele Inhaltsstoffe bezüglich ihrer Wirkung und Verträglichkeit heutzutage nicht mehr so kritisch betrachte. Mir sind jedoch noch zwei weitere Punkte hinsichtlich meines Kosmetikkonsums sehr wichtig geworden, die weiterhin gegen die Nutzung konventioneller Kosmetik sprechen: Nachhaltigkeit und der Verzicht auf Tierversuche.

Beide Aspekte liegen mir gleichermaßen am Herzen. Immer öfter frage ich mich jedoch, wie genau eigentlich der Aspekt der Nachhaltigkeit mit meiner Tätigkeit als Naturkosmetik-Bloggerin zu vereinen ist. Wenn ich mich mit der Nachhaltigkeit eines Produktes auseinandersetze, stelle ich mir nicht nur die Fragen bezüglich Anbau, Herkunft oder Verpackungsdesign — immer öfter frage ich mich auch, ob ich das wirklich brauche und wie lange ich damit wohl auskommen werde. Lohnt sich das? Habe ich nicht schon genug? Kann ich dieses Produkt überhaupt beim Gebrauch schätzen, wenn ich schon so viel davon habe?

Vermutlich ist Dir schon aufgefallen, dass es hier auf meinem Blog bisher noch keinen Aufgebraucht- oder Nachgekauft-Beitrag gab. Wenn ich ehrlich bin, finde ich diese Beiträge zum einen völlig uninteressant auf anderen Blogs und zum anderen habe ich das Problem, dass ich es überhaupt nicht schaffe, innerhalb eines Monats so viel aufzubrauchen. Ich möchte auch bewusst gar nicht so viel verbrauchen und ich fange immer an zu staunen, wenn ich sehe, was manch andere BloggerInnen innerhalb eines Monats aufgebraucht haben oder neu einkaufen. Es gibt sogar Tage, an denen ich vor meinem Spiegelschrank im Bad stehe und mich ernsthaft frage, über was ich überhaupt bloggen soll: Du kennst ja schon alle Produkte, die ich aktuell gerne nutze und bis ich die aufgebraucht habe, werden Wochen vergehen. Extra für mein Blog einzukaufen halte ich wiederum nicht für nachhaltig. Ist es überhaupt nachhaltig, wenn man drei Shampoos oder fünf Körpercremes parallel gebraucht? Brauche ich wirklich drei verschiedene Mascara? Kann man den Besitz von zehn verschiedenen Lippenstiftfarben wirklich noch damit rechtfertigen, dass man eine farbliche Abwechslung haben möchte oder ist es nicht bereits Verschwendung? In der Regel greife ich ohnehin immer zu den gleichen Farben. Worum geht es also? Um den Konsum an für sich, die Freude daran, etwas neues auszuprobieren, weil das alte langweilig geworden ist? All das finde ich nicht sehr nachhaltig.

Als ich mich vor einigen Wochen entschied, hier auf Sugarlime auch wieder andere Beiträge zum Thema Gesundheit, Ernährung oder Nachhaltigkeit mit Dir zu teilen, fiel mir regelrecht ein Stein vom Herzen. Ich stand plötzlich nicht mehr unter diesem selbst auferlegten Druck, Dir ständig neue Naturkosmetikprodukte und -marken vorstellen oder besprechen zu müssen. Ich kann mich endlich wieder frei für Themen entscheiden und wenn ich dann nebenbei mal wieder ein neues Produkt oder eine neue Marke für mich entdecke, kann ich Dir diese vorstellen. Ohne dass ich mich irgendwie verpflichtet fühlen muss, möglichst schnell ein Produkt aufzubrauchen zu verschwenden, weil der nächste Beitrag geschrieben werden will. Ich fühle mich einfach besser damit.

Selbstverständlich erfreue ich mich noch immer an Naturkosmetik. An minimalistisch formulierten Pflegeprodukten, Produkten für sehr helle Haut oder feines Haar. Ich mag es noch immer, neue Marken zu entdecken und neue Produkte auszuprobieren. Aber ich empfinde es einfach als nachhaltiger, wenn dies nach und nach geschieht — nicht parallel, alles auf einmal und am Ende kippen die Produkte um, weil ich sie nicht rechtzeitig aufbrauchen kann.

Naturkosmetik-Bloggerin zu sein und auf einen nachhaltigen Konsum zu achten muss sich also grundsätzlich nicht ausschließen. Generell finde ich, dass man das Interesse an Naturkosmetik mit einem nachhaltigen Lebensstil, ohne Produkte zu verschwenden oder im Überfluss zu besitzen, vereinen kann. Eine nette Idee kann es auch sein, einen Wunschzettel zu führen — nicht nur zu Weihnachten. Einfach die Produkte aufschreiben, die man sich gerne als nächstes gönnen möchte, sobald man die alten Produkte aufgebraucht hat. Dann ist es ein bisschen wie eine kleine Bescherung, wenn es endlich soweit ist. Manchmal stelle ich auch fest, dass ich nach einiger Zeit des Wartens diese Produkte gar nicht mehr kaufen möchte, weil ich sie vermutlich doch nicht so sehr brauche oder vielleicht nicht so gut finde, wie ich erst dachte.

Wie stehst Du diesem Thema gegenüber? Hast Du Dich mit dieser Problematik auch schon einmal konfrontiert gesehen oder habe nur ich diese komischen Gedanken? Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich vielleicht ein wenig zum Nachdenken (oder gar Überdenken des eigenen Kosmetikkonsums) anregen konnte. Wie auch immer — ich hoffe, dass Du eine wundervolle (Vor-)Weihnachtszeit hast und wünsche Dir bereits jetzt schon ein besinnliches und fröhliches Fest im Kreise Deiner Liebsten — denn mein nächster Beitrag wird erst nach Weihnachten kommen :-)

35 KommentareSchreib mir etwas!

  • Liebe Ginni, ich lese sehr gerne Beiträge über Wiederholungstäter. Genuine Glow zum Beispiel postet unentwegt über einen Cleanser den sie immer wieder nachkauft. Und ich lese das immer wieder gern! So auch bei dir. Wenn du zehn Produkte hast kannst du damit Blogposts für ein Jahr füllen, warum sich dabei schlecht fühlen als Blogger?

    Ich sehe das so: Neuigkeiten kann ich mir auf diversen Blogs zusammensuchen. Aber die richtig ausführlichen, ehrlichen Blogposts über Lieblingsprodukte, die kann man suchen. Drum finde ich es schade, dass die Ente schon länger nicht mehr gebloggt hat. Was du schreibst, hat Gewicht, und je öfter du über eine Sache schreibst, um so mehr Gewicht wird es! Hör bitte nicht damit auf, so authentische Blogger wie dich braucht die Naturkosmetik.

    • Sehr schön ausgedrückt! Da sprichst Du sicherlich auch etwas richtiges an: Es wirkt einfach auch authentisch, wenn man merkt, dass eine Bloggerin wirklich überzeugt ist von einem Produkt und dies immer wieder nachkauft und nutzt.

  • Hey, danke für diesen schönen Artikel. Gut, dass du es mal aussprichst. Du musst dich keinesfalls unter Druck gesetzt fühlen, wenn du nicht jede Woche neue Produkte zeigst. Aber ich weiß genau, was du meinst. Ich habe zum Beispiel schon zig mal von meinem liebsten Concealer geschwärmt und mich dabei schon öfter gefragt, ob das nicht irgendwann langweilig wird. Aber so ist es nunmal – man kann nicht von jeder Produktkategorie zig Lieblinge haben.
    Das mit den Aufgebraucht-Posts sehe ich genau wie du – wenig spannend und immer wieder erschreckend, wieviel bei anderen in wenigen Wochen leer wird. Wie kann man denn bitte fünf Mascaras und drei Shampoos in nur einem Monat aufbrauchen? Das hat für mich nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Wenn in meiner Dusche drei Shampoos stehen – die ich allesamt gerne und bewusst verwende – finde ich das schon fast too much.

    Ganz liebe Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit!
    Elisabeth
    Elisabeth Green hat kürzlich veröffentlicht…10 Tipps gegen hormonell bedingte PickelMy Profile

    • Fünf Mascara in nur einem Monat ist ja auch wirklich eine Hausnummer :-D Wie wohl die Wimpern aussehen müssen, wenn man in einem Monat so viel tuscht, dass die alle leer werden ;-))

  • Liebe Ginni, ich schätze deine ehrlichen Worte sehr und kann dir sagen, dass Du nicht die einzige bist, die sich über das Thema Nachhaltigkeit Gedanken macht.

    Ich persönlich schreibe gerne Aufgebraucht- Posts, weil ich das für mich als schöne Möglichkeit betrachte, auch mal über Produkte zu sprechen, die sonst keine Beachtung auf dem Blog fanden. Außerdem spornt es mich an Produkte bis zum Schluss zu benutzen und nicht vorher zu wechseln, weil das nächste, spannende schon in den Startlöchern steht. Ich selber lese diese kurzen und knackigen Reviews auch auf anderen Blogs gerne. :)

    Ich fühle mich an der Stelle aber nicht angesprochen, denn ich brauche verhältnismäßig wenig auf. Ich versuche bewusst darauf zu achten, trotz Blog nachhaltig zu konsumieren und nicht verschwenderisch mit Produkten umzugehen. Ich gebe zu, dass es mir nicht immer gelingt – niemand ist perfekt. Aber ich habe mir dieses Jahr u.a. aus dem Grund nur ganz, ganz wenig Naturkosmetik gekauft, weil sich auch so noch einige Käufe und Samples in meinen Schränken stapeln und ich erstmal davon zehren möchte. Manchmal hab ich deswegen auch das Gefühl, was Du beschrieben hast, dass ich eine „schlechte“ Bloggerin bin, weil ich viel zu selten neue Marken zeige oder nicht jeden neuen Hype mitmache. ;)

    Liebe Grüße,
    Jenni
    pretty green woman hat kürzlich veröffentlicht…Sonntag- Morgen- Ritual: Maskenzeit mit Madara und KahinaMy Profile

    • Da sprichst Du auch etwas wichtiges an: Natürlich ist niemand perfekt! Man tut eben was man kann, aber es gibt immer irgendwo Punkte, die man sicherlich besser machen könnte, es aber unbewusst oder bewusst nicht tut. Finde ich aber auch nicht schlimm.
      Ich finde nicht, dass es Dich zu einer schlechten Bloggerin macht. Eher im Gegenteil. Es macht interessanter, wenn man nicht in jedem Beitrag über das immer wiederkehrende gleiche Event, die gleiche LE, die gleiche Pressemitteilung liest. Bei uns als NK-Bloggerinnen hat dies schon viel mehr abgenommen, zumindest ist dies mein Eindruck. Aber bei den anderen Beauty-Blogs mit hauptsächlich konventioneller Kosmetik fällt mir dies noch immer negativ auf und es schreckt mich eher ab.

  • Als ich zu bloggen angefangen habe, habe ich mir ursprünglich vorgenommen, nie etwas „für den Blog“ zu kaufen. Letztlich ist es aber doch so gekommen. Den ein oder anderen Lippenstift oder Nagellack hätte ich nicht wirklich gebraucht.

    Ich fühle mich allerdings seit einigen Monaten geradezu übersättigt und habe nichts mehr gekauft, das nicht leer war (also Seife, Handcreme usw.) Auch Angebote, mir etwas zuzuschicken, habe ich immer wieder abgelehnt, weil es mir einfach alles zu viel war.

    Auch ich habe in den letzten Wochen mehr reine Erzähl-Beiträge geschrieben, sei es über WordPress oder erlebte Dinge. Und was soll ich sagen – es fühlt sich gut an. :)

    Deshalb spricht mir Dein Beitrag gerade voll aus der Seele.
    wasmachtHeli hat kürzlich veröffentlicht…5 Dinge, dich mich beim Parfümeriebesuch ärgernMy Profile

    • Ja, ich habe mir sicherlich auch das ein oder andere Produkt bewusst oder unbewusst nur für den Blog gekauft. Einfach damit ich etwas neues und schönes hatte zum Schreiben oder um einen Beitrag zu ergänzen. Rückblickend etwas eigenartig :-)
      Ich mag Deine Erzähl-Beiträge übrigens sehr gerne, erfrischend anders und spannende Themen!

  • Durch deinen Beitrag fühle ich mich in Anbetracht meiner XL-Aufgebraucht-Beiträge natürlich sofort angesprochen *sichducktundwegrennt* Zur Mitte eines jeden Monats denke ich mir, soviel habe ich noch gar nicht aufgebraucht und bin immer wieder überrascht wieviele Produkte doch noch leer geworden sind. Das sind a) viele „Altlasten“, die schon lange im Schrank rumstehen, b) Produkte die ich zugeschickt bekommen habe, c) ertauschte Produkte oder d) meine selbst gekauften Produkte. Wobei ich mir in den vergangenen Monaten nicht mehr viel gekauft habe, da ich meinen Schrank nach und nach leeren möchte. Mein „Projekt“ für 2016 heißt also Aufbrauchen und in jeder Kategorie nur ein bis drei Produkte zu haben, die ich gerne mag. Ich fühle mich von meinem Kram auch oft übersättigt und bin erleichtert wenn eine Tube leer ist.
    Es ist schön zu lesen, wenn du deine Routine gefunden hast. Und ich finde es keineswegs langweilig, wenn du nicht ständig neue Produkte vorstellst oder dem neuesten Hype hinterherläufst. Das machen dann die anderen ;-)
    Ich würde auch gerne mehr aus meiner „Komfortzone“ rauskommen, mache mir dann auch wieder so meine Gedanken, ob es überhaupt interessiert, wenn ich über andere Themen schreibe. Wenn man es nicht ausprobiert weiß man es nicht.
    In diesem Sinne: Bleib so wie du bist und schreib gerne über die Dinge die dich bewegen. Es ist dein Blog, deine Spielwiese und wie du siehst, nicht nur Schminke kommt gut an, sondern auch ehrliche Beiträge, die mit Herzblut geschrieben wurden.
    Liebe Grüße und dir noch einen schönen vierten Advent
    Nicole
    Nur mal kurz gucken hat kürzlich veröffentlicht…Review – Geschenkset für Kokosnuss-FansMy Profile

    • Ach, ich wollte hier auf niemandem mit dem erhobenen Finger zeigen, ich hoffe, dass es nicht so belehrend rübergekommen ist! Ich finde es selbst sehr interessant, auf anderen Blogs gemischte Themen zu lesen. Manchmal öden mich (nicht nur auf meinem eigenen Blog) die ständigen Beiträge zu NK auch ein bisschen an, da sind hin und wieder andere Themen doch sehr abwechslungsreich! :-))

  • Ich finde es nicht schlimm, wenn du nicht ständig neues zeigst.. das macht ja sowieso nicht jeder (NK) Blogger. Ich könnte auch gar nicht jede Woche neue Produkte zeigen, wie es Beautyjagd zum Beispiel macht. Daher schreibe ich gerne „Sammelbeiträge“ á la Lieblingsprodukte, Farbzusammenstellungen oder so.
    Meine Aufgebraucht Beiträge schreibe ich ehrlich gesagt sehr gerne, denn so kann ich für mich ein Fazit niederschreiben und es jederzeit nachschauen. Ich finde es auch immer wieder heftig, wenn man sich alte Aufgebraucht Beiträge anschaut und dann Produkte dabei sind, die man schon wieder vergessen hatte weil uninteressant.
    Ich poste das auch „nur“ im 2-Monats-Abstand, monatlich wäre es mir zu nervig. Ich habe schon über ein Jahr lang gezielt daran gearbeitet, Produkte zu leeren, ob ich sie mag oder nicht, das war echt langwierig und hätte ich niemals gedacht! Ich fand nicht, dass ich so viele Sachen hatte, aber es war genug, um mich zu stören. Daher freue ich mich, schön nach und nach reduzieren zu können und am Ende nur das, was ich wirklich mag, zu besitzen.
    Natürlich „braucht“ man nicht zwingend alles. Brauchen tut man letztendlich ja keinen einzigen Lippenstift, wollen schon eher.
    Liebe Grüße
    Valandriel
    Valandriel Vanyar hat kürzlich veröffentlicht…Verwöhnmomente für die Nase mit milden ProduktenMy Profile

    • Diese Beiträge mit Farbzusammenstellungen mag ich auch sehr gerne, hier fehlen mir jedoch ebenfalls häufig die Produkte. Zumal ich keine Lidschatten benutze, nur Rouge, Lippenstift und hin und wieder mal einen Kajal. Ich glaube, ich bin bezüglich meiner Farbauswahl sehr langweilig, da habe ich auch selten Ideen für schöne Beiträge. Daher lese ich sie aber umso lieber bei anderen Bloggern :-)

  • Das ist ein Dilemma, mit dem ich mich auch schwer tue. Einerseits fröne ich gern der Kauflust und gebe häufig meiner Neugierde nach (ganz besonders verführt durch andere Naturkosmetik-Bloggerinnen), andererseits würde ich so gern nachhaltiger konsumieren. Ich nutze auch eine Wishlist und warte immer eine Weile bis zum Kauf, um zu prüfen, ob ich das nach einiger Zeit immernoch gern haben möchte … aber beim Bestellen (die meisten Dinge kaufe ich online) hüpfen dann doch noch zig Impulskäufe dazu, die nicht auf meiner Wishlist waren *grr*.

    Auch wenn ich selbst keine Aufgebraucht-Artikel schreibe (ich wundere mich auch immer, wie andere so schnell so vieles aufbrauchen), lese ich sie doch gerne als Form von Kurzreviews. Ich freue mich auf jeden Fall über jeden neuen Blogpost von dir – egal über welches Thema! ;-)
    Die Konsumfrau hat kürzlich veröffentlicht…(Mehr oder weniger neue) Unique und alverde Haar-ProdukteMy Profile

    • Meine Kauflust habe ich übrigens mittlerweile auf die Nahrungsbeschaffung ausgelagert. Wir planen zwar einerseits immer genau vor, was wir pro Woche in jedem Rezept verbrauchen und kaufen somit sehr nachhaltig in dem Sinne ein, dass nichts verkommt. Aber dafür darf es dann auch mal ein neues oder besonderes Produkt sein, gerne auch mal teurer, zum Ausprobieren. Hier kann ich mich dann also austoben und bei Essen habe ich auch kein Problem mit dem zügigen Aufbrauchen :-D

  • Hallo Ginni,
    ich verstehe dich auch. Bei mir war es so, dass Minimalismus und Naturkosmetik quasi gleichzeitig einhergingen und ich deswegen nie so wirklich viel angesammelt habe. Ich bin natürlich immer auf der Suche nach den optimalen Produkten aber ich versuche auch, Produkte die ich nicht so mag erst aufzubrauchen oder eben an jemand anderes zu verschenken, der mehr damit anfangen kann. Ich lese eigentlich am liebsten Sammel-Posts (aber keine Aufgebraucht-Posts!), also keine einzelnen Produktvorstellungen sondern Posts über Produkte zu einem bestimmten Thema. Deswegen mache ich das auf meinem Blog mittlerweile auch lieber so. Damit sich aber auf keinen Fall zu viel ansammelt brauche ich zumindest Pflege-Produkte hintereinander auf, mache mir Notizen und sammel die leeren Packungen für Fotos in einer Kiste oder mache schon Fotos, bevor ich überhaupt weiß, dass das Produkt jemals auf meinem Blog landet. Das ist natürlich mehr Arbeit und ich kann auch nicht ständig neue Posts zu Naturkosmetik bringen, aber irgendetwas fällt mir schon immer ein. Ich freue mich auch bei anderen Naturkosmetik-Bloggern was anderes als Produktvorstellungen zu lesen!
    Liebe Grüße
    Mari

    • Oh, das ist ja auch eine gute Idee, die Produkte einfach mal auf „Verdacht“ zu fotografieren. Das werde ich definitiv auch mal versuchen, ich glaube, dass das schon viele Probleme löst. Manchmal ärgere ich mich rückblickend auch, wenn Produkte fast aufgebraucht sind, nicht mehr ansehnlich aussehen und ich sie doch so gut finde, dass ich sie gerne vorstellen möchte. Da wird es dann manchmal schon schwer mit dem Foto…

  • Liebe Ginni, du sprichst mir aus der Seele. Zwar zähle ich mich wie Nicole zu den Viel-Aufbraucherinnen, das liegt aber teilweise daran, dass ich nach meiner Umstellung sooo viele neue, interessante Marken kennengelernt habe und mich anfangs nicht beherrschen könnte x) . Schnell wurde mir der ganze „Kram“ aber zu viel und seitdem bin ich konsequent dabei alles zu benutzen. Natürlich ist es nachhaltiger weniger zu verbrauchen und dann auch weniger zu kaufen, aber dort bin ich noch nicht ganz. Als Bloggerin finde ich das mit dem Minimalismus allerdings schwierig, weil man doch einige Anfragen bekommt und nicht undankbar sein will. Meistens denke ich mir aber: ich brauche das momentan nicht, also ist es unsinnig sich das zuschicken zu lassen. Stolz bin ich aber mittlerweile, dass ich in vielen Kategorien nur noch 1-2 Produkte habe und deshalb keinen Druck verspüre, sondern die Produkte endlich wertschätzen kann. Und da beginnt für mich die Nachhaltigkeit (: . Ich finde übrigens, dass du dich bei deinen Themen nicht beschränken musst. Gerade die Mischung verschiedener Themen auf deinem Blog mag ich (: . Und ich lese auch immer wieder gern von Allzeitfavoriten. Ich selbst erwähne viele Produkte auch immer wieder. Du musst nicht ständig neues kaufen/zeigen, denn genau deine Einstellung finde ich so inspirierend und nehme ich mir immer wieder gern als Vorbild (: . Ganz liebe Grüße und ein schönes Weihnachtsfest.
    Theresa vom Projekt Schminkumstellung hat kürzlich veröffentlicht…Eingekauft Nr. 20 + Fairy Box Dezember 2015My Profile

    • Das mit den Anfragen stimmt schon. Bisher hatte ich aber nicht so furchtbar viele Anfragen verteilt auf die zwei Jahre und daher konnte ich die Produkte immer ganz gut gebrauchen und aufbrauchen bzw habe ich mir dann welche ausgesucht, für die ich aktuell auch Bedarf hatte. Aber sollten es tatsächlich immer mehr Anfragen werden, muss man dann eben auch mal absagen oder eben einen Konsens finden. Finde es aber nun auch nicht schlimm, abzusagen. Man kann sich schließlich auch erklären, wenn man aktuell keinen Bedarf an den Produkten hat, käme ich dementsprechend ja auch nicht dazu sie zu testen und kann somit auch nicht darüber schreiben, was ja dann auch sicherlich nicht im Sinne des Herstellers oder des Shops wäre. Ich denke schon, dass man dort dann Verständnis erwarten kann, ohne undankbar zu wirken.

  • Ich persönlich lese Aufgebraucht-Posts sehr gerne, weil man eben dadurch erfährt, welche Produkte man sich durchaus schenken kann – und welche vielleicht für diesen oder jeden Hauttyp besser passen. Diese persönlichen Erfahrungswerte schätze ich sehr.

    Für mich hat Nachhaltigkeit aber noch einen anderen Aspekt: den der Herkunft. Wo kommt’s her? Ist es wirklich sinnvoll, sich bspw. US-Marken über den großen Teich schippern zu lassen im Hinblick auf die CO2-Bilanz? Da kämpft bei mir so ein bisschen die Neugier versus Vernunft. Aber in letzter Konsequenz ist Nachhaltigkeit für mich eben auch unweigerlich mit Umweltschutz verbunden. Das einem das nicht immer gelingt, ist klar. Aber sich dessen bewusst zu werden ist schon mal gut.

    Und nachhaltige Themen sind immer super, substanzielle auch, also weiter so :-)

    • Das ist auch ein sehr wichtiger Aspekt, über den ich mir auch in anderen Bereichen stets Gedanken mache. Ich finde es teilweise sogar sehr schwierig, hier alles „richtig“ zu machen und den Spagat zwischen „was vertrage ich“, „woher kommt es“ und „welche Inhaltsstoffe sind es“ zu schaffen. Nicht immer einfach.

  • Hallo Ginni,
    Deine Gedanken kommen mir sehr, sehr bekannt vor…Ich hadere schon länger mit diesem „Höher, schneller, weiter“, was die Quantität und oft auch Qualität von Produkten angeht und wie diese Mentalität mit Nachhaltigkeit vereinbar ist.
    Auch ich bin ein sehr neugieriger Mensch und probiere wahnsinnig gerne neue Produkte aus, zugleich ermüdet mich diese Vielzahl an Möglichkeiten aber auch sehr und löst bisweilen eine Antihaltung in mir aus. Speziell im Bereich der Gesichtspflege möchte ich nicht ständig wechseln, da es einige Wochen braucht, um ein Produkt (und was es mit meiner Haut macht) adäquat beurteilen zu können.
    Aufgebraucht Posts lese und schreibe ich zwar sehr gern, veröffentliche selbst aber nur alle paar Monate einen, da ich bei weitem nicht genug Produkte für jeden Monat zusammen hätte und dies auch gar nicht möchte.
    Die Balance zwischen der Neugier, die man (als Blogger sowieso) innehat und dem Wunsch, sich selbst ein wenig den Druck zu nehmen und mehr Vernunft walten zu lassen, ist nicht leicht und ich bin gespannt, wie ich das für mich und meinen Blog 2016 umsetzen kann.
    Liebe Grüße
    Meike

    • Ja, das stimmt: Man muss die richtige Balance finden. Ich finde es auch nicht schlimm, weiterhin neugierig zu sein und neue Produkte auszuprobieren, aber eben im Rahmen. Bei Gesichtspflegeprodukten bin ich auch sehr pingelig, zum einen wegen der Verträglichkeit und zum anderen weil es wirklich lange braucht, bis ich die Produkte aufgebraucht habe. Da kaufe ich sehr wenig nach oder neu.

  • Obwohl ich relativ neu in der Bloggerszene aktiv bin, beschäftigt mich genau dieses Thema seit langer Zeit. Vor einiger Zeit habe ich komplett auf Naturkosmetik angeschafft und mir viel Neues angeschafft. Im Nachhinein habe ich aber festgestellt, dass es viel zu viel auf einmal war und ich es gar nicht so schnell aufbrauchen kann. Was mich wiederum im täglichen Gebrauch sehr gestresst hat, da ich dadurch mehr von der Tagescreme genommen habe, doch öfters zum Lippenstift gegriffen habe etc. etc. Wenn ich vor meinem Schminkspiegel sitze und mich schminke, oder inzwischen auch vor dem Kleiderschrank stehe, finde ich eine kleine Auswahl viel besser als die tägliche „Qual der Wahl“ zwischen unzähligen (und im Endeffekt doch ähnlichen) Produkten/Klamotten. Das kostet (mich) Zeit zum Überlegen, die ich im Alltäg öfters nicht habe. Ja, es dauert seine Zeit, bis man erst seine „Lieblinge“ gefunden hat und ja, es ist ok für eine Weile zu experimentieren und dann das Unnötige zu verschenken oder auch, wenn es sein muss, wegzuschmeißen. Aber für mich war der Punkt gekommen, wo ich nicht 10 unterschiedliche Produkte gleichzeitig verwenden will. Eben heute habe ich mein leer gewordenes Augenbrauengel mit (bitte nicht lachen :) einem Haargel gefüllt, getestet und festgestellt, dass ich dadurch weniger Plastikmüll produzieren und Geld sparen kann, indem ich Produkte zweckentfremde und wirklich kritisch hinterfrage, ob ich etwas nachkaufen will/muss. Ich will nicht 5 offene Maskaras haben, obwohl es mich immer wieder reizt diverse Marken und Farben auszuprobieren. Insbesondere bei Naturkosmetik, die bekanntlich ohne künstliche Konservierungsstoffe auskommt, zahl sich die Geduld im wahrsten Sinne des Wortes aus, weil die Produkte schlecht werden könnten. Ja, man kann warten! Und der Drang danach, immer wieder neue Produkte nachzukaufen, lässt tatsächlich mit der Zeit nach, das Konsum kann man sich abgewöhnen auch ohne direkt zum extremen Minimalismus umschwenken aber zumindest sich ein paar Prinzipen aneignen. Mir hat das auf jeden Fall gut getan und ich befürworte alle Blogs, die hinter einem gesunden nachhaltigen Kosum stehen. Daumen hoch für Deinen Post!

    • Danke :-) Es stimmt, dass man sich mit der Zeit tatsächlich „daran gewöhnt“, nicht ständig neues Zeug zu kaufen. Noch vor zwei Jahren musste ich gefühlt jede Alverde- oder Alterra-LE mitnehmen, mittlerweile sehe ich sie mir meistens nicht einmal mehr an. Zum einen weil ich die Produkte nie brauche und sie mich auch einfach nicht überzeugen. Ja, sie sind günstig, aber was soll ich damit? Es wäre einfach totale Verschwendung, vielleicht nicht für meinen Geldbeutel, aber als Ressource schon. Und bei Kleidung geht es mir auch so: Lieber eine geringe, aber dafür hochwertige Auswahl, als zig Stücke, zwischen denen ich mich nicht entscheiden kann.

  • Schöner Post!
    Genau aus dem Grund ist meine Cosmetic Cow Ecke noch recht übersichtlich und ich komme momentan auch nicht wirklich hinterher meine Vegametics Artikel zu testen. :-)

    „Früher“ habe ich tatsächlich viel gekauft, weil ich gerne Neues entdecke oder nicht 100 % ig von einem Produkt überzeugt war.
    Mittlerweile ist es tatsächlich so, dass ich meine festen Stammartikel gefunden und nicht den Wunsch habe, sie auszutauschen. Dabei belasse ich es vorerst.

    Vor meinem Umzug habe ich so wahnsinnig viel aussortiert, verschenkt, gespendet oder gar weggeschmissen, dass ich beschlossen habe, nur noch Produkte zu kaufen, die ich gerne benutze und zudem warte, bis eben diese aufgebraucht sind.
    Gleiches auch bei Kleidung, denn im Grunde trage ich fast immer ähnliche Basics… ;-)
    Ich finde es sehr gut und auch wichtig, sich ab und zu Gedanken über seinen eigenen Konsum zu machen, von daher Thumbs up.

  • Interessanter Beitrag mit Wahrheit darin! Ich entdecke meine Gedanken wieder, aber ertappe mich auch dabei, dem Konsum mehr nachzugeben als du. Ich denke, eine balancierte Mischung aus neuen/vielen Produkten und eigener Limitierung ist nachhaltig genug. Vor allem, da ich Produkte, die nicht zu meinen Lieblingen gehören, gerne auch nur halb leere und dann an Freunde/Familie weitergebe, soweit es die Hygiene zulässt.
    Weggeschmissen wird nichts und mit den Produkten kann man möglicherweise sogar noch andere Menschen von Naturkosmetik überzeugen. Das ist denke ich sehr nachhaltig.
    Ansonsten denke ich aber, dass sich jeder Naturkosmetik-Blogger öfter die Frage nach der Nachhaltigkeit stellen sollte :)

  • Ich finde du hast vollkommen recht. Die Welt der Blogs und Medien zeigt uns täglich neue Produkte, die wir unbedingt brauchen und ich vergesse oft, dass das nicht der Realität entspricht. Mich persönlich beeindruckt das Nachkaufen von Produkten auch mehr als jeden Monat neue Favoriten zu haben und ich bin auch sehr für das Aufbrauchen von Produkten. Persönlich bekomme ich die Krise wenn ich zu viel Auswahl oder angebrochenes Zuhause rumstehen habe… das macht mich nervös. Gleichzeitig finde ich Leute komisch die bei solchen „Project Pan“ ´s mitmachen. Warum jeden Tag Produkte die man nicht mag benutzen? Das ist für mich nicht der Sinn der Sache und würde mir keine Freude mehr bereiten… und die ist schließlich der Grund mir Kosmetik zu kaufen. Der Spaß daran geht oft verloren…

    Liebe Grüße!

    • Zu viel Auswahl erdrückt einen irgendwie so …. es ist schwer zu erklären, aber ich finde man hat viel mehr Freude auch an den einzelnen Produkten, wenn es nicht so viele sind. Und ich freue mich auch, wenn ich dann etwas aufgebraucht habe und was neues probieren kann. Insbesondere bei Produkten wie Bodylotion, Handcremes etc.

  • Ein sehr interessanter Beitrag und eine tolle Einstellung zu dem Thema Nachhaltigkeit. Ich habe mir für 2016 auch vorgenommen, einen nachhaltigeren Lebensstil zu verfolgen. Gerade bei der NK stoße ich momentan jedoch an meine Grenzen. Ich bin erst vor Kurzem auf NK umgestiegen, befinde mich also noch mitten in der Umstellungsphase, und bin einfach noch auf der Suche nach den passenden Produkten für mich. Mein Ziel ist es, Produkte zu finden, mit denen ich so zufrieden bin, dass es gar nicht mehr nötig ist mich durch weitere Produkte zu testen – da bin ich jedoch noch nicht angekommen.
    Aufgebraucht Post finde ich, je nachdem wie sie gestaltet sind, sehr interessant. Erschreckend finde ich aber auch, dass manche Blogger anscheinend massenweise Produkte pro Monat leeren – und mir ist wirklich rätselhaft, wie sie dies schaffen. (Manchmal kam mir tatsächlich schon der Gedanke, ob das ein oder andere Produkt vielleicht sogar ausgekippt wird, nur um es leeren zu können) Die kurzen Reviews zu den einzelnen Produkten finde ich jedoch klasse. Natürlich sehe ich so auch hin und wieder Produkte, die sich auf meinen Wunschzettel (den habe ich mir ganz zu Beginn der Umstellung angelegt) schleichen. Gleichzeitig gibt es aber auch Produkte, die mich nach den Reviews gar nicht mehr so doll reizen. Es hat, wie eigentlich alles, seine Vor- & auch Nachteile.
    Liebe Grüße
    Ann-Kathrin
    Liebe Grüße

  • Naturkosmetik und Nachhaltigkeit gehen für mich auch Hand in Hand einher. Ich achte auch darauf, dass meine Produkte möglichst in Deutschland hergestellt werden zwecks Regionalität. Zu den Aufgebraucht-Posts habe ich eine andere Meinung. Ich finde es total befriedigend, wenn ein Produkt aufgebraucht wurde und zeige dies auch gerne. Das hat ja dann auch eher mit Anti-Konsum zu tun, als besipielsweise Hauls, wo man gezielt zeigt, welche Produkte man sich neugekauft hat. Aber ich verbrauche im Monat auch so wenig, dass ich Empties höchstens mal alle 3 oder 4 Monate veröffentliche. Lebst du eigentlich vegan? LG Stepie

  • Ich finde den Beitrag super. Ich hadere nämlich grade mit vielen Naturkosmestikblogs, da sie dem gleichen „Konsumterror“ zum Opfer fallen wie viele KK-Blogs. Das mag ich einfach nicht mehr lesen. Für mich ist weniger mehr.
    (Neulich hab ich irgendwo einen Beitrag gesehen, wo in den Jahresfavoriten irgendwie 30-40 Produkte vorgestellt wurden. Das finde ich einen Irrsinn.)
    Oder wenn immer mehr Sachen aus Asien, Neuseeland oder sonst woher propagiert werden und damit Begehrlichkeiten geweckt. Das finde ich auch wenig nachhaltig und die Entwicklung auf vielen NK-Blogs wirklich schade.

  • I just hopped over from Wasmachtheli and I love that you’re also speaking out about an ‚issue‘ of beauty blogging. I like beauty debates like this, and I especially like seeing people’s reactions in the comments. Gives you a better perspective of how people feel.

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