by Ginni, 20/12/2015 , In Naturkosmetik

Naturkosmetik-Blogger vs. Nachhaltigkeit

Seit einigen Monaten beschäftigt mich ein Thema, das ich heute gerne mit Dir teilen möchte. Schließlich eilen wir mit großen Schritten auf Weihnachten zu, eine besinnliche aber auch nachdenkliche Zeit — lass‘ uns also ein bisschen plaudern :-)

Warum benutze ich eigentlich Naturkosmetik? Als ich mich damals entschied, auf Naturkosmetik umzusteigen, geschah dies zunächst nur wegen der Inhaltsstoffe. Viele Inhaltsstoffe der konventionellen Kosmetik waren in Verruf geraten und ich hatte für mich beschlossen, dass ich Mineralöl, Silikone & Co. nicht mehr auf meine Haut auftragen möchte. Diese Einstellung ist bis heute geblieben, auch wenn ich mittlerweile viele Inhaltsstoffe bezüglich ihrer Wirkung und Verträglichkeit heutzutage nicht mehr so kritisch betrachte. Mir sind jedoch noch zwei weitere Punkte hinsichtlich meines Kosmetikkonsums sehr wichtig geworden, die weiterhin gegen die Nutzung konventioneller Kosmetik sprechen: Nachhaltigkeit und der Verzicht auf Tierversuche.

Beide Aspekte liegen mir gleichermaßen am Herzen. Immer öfter frage ich mich jedoch, wie genau eigentlich der Aspekt der Nachhaltigkeit mit meiner Tätigkeit als Naturkosmetik-Bloggerin zu vereinen ist. Wenn ich mich mit der Nachhaltigkeit eines Produktes auseinandersetze, stelle ich mir nicht nur die Fragen bezüglich Anbau, Herkunft oder Verpackungsdesign — immer öfter frage ich mich auch, ob ich das wirklich brauche und wie lange ich damit wohl auskommen werde. Lohnt sich das? Habe ich nicht schon genug? Kann ich dieses Produkt überhaupt beim Gebrauch schätzen, wenn ich schon so viel davon habe?

Vermutlich ist Dir schon aufgefallen, dass es hier auf meinem Blog bisher noch keinen Aufgebraucht- oder Nachgekauft-Beitrag gab. Wenn ich ehrlich bin, finde ich diese Beiträge zum einen völlig uninteressant auf anderen Blogs und zum anderen habe ich das Problem, dass ich es überhaupt nicht schaffe, innerhalb eines Monats so viel aufzubrauchen. Ich möchte auch bewusst gar nicht so viel verbrauchen und ich fange immer an zu staunen, wenn ich sehe, was manch andere BloggerInnen innerhalb eines Monats aufgebraucht haben oder neu einkaufen. Es gibt sogar Tage, an denen ich vor meinem Spiegelschrank im Bad stehe und mich ernsthaft frage, über was ich überhaupt bloggen soll: Du kennst ja schon alle Produkte, die ich aktuell gerne nutze und bis ich die aufgebraucht habe, werden Wochen vergehen. Extra für mein Blog einzukaufen halte ich wiederum nicht für nachhaltig. Ist es überhaupt nachhaltig, wenn man drei Shampoos oder fünf Körpercremes parallel gebraucht? Brauche ich wirklich drei verschiedene Mascara? Kann man den Besitz von zehn verschiedenen Lippenstiftfarben wirklich noch damit rechtfertigen, dass man eine farbliche Abwechslung haben möchte oder ist es nicht bereits Verschwendung? In der Regel greife ich ohnehin immer zu den gleichen Farben. Worum geht es also? Um den Konsum an für sich, die Freude daran, etwas neues auszuprobieren, weil das alte langweilig geworden ist? All das finde ich nicht sehr nachhaltig.

Als ich mich vor einigen Wochen entschied, hier auf Sugarlime auch wieder andere Beiträge zum Thema Gesundheit, Ernährung oder Nachhaltigkeit mit Dir zu teilen, fiel mir regelrecht ein Stein vom Herzen. Ich stand plötzlich nicht mehr unter diesem selbst auferlegten Druck, Dir ständig neue Naturkosmetikprodukte und -marken vorstellen oder besprechen zu müssen. Ich kann mich endlich wieder frei für Themen entscheiden und wenn ich dann nebenbei mal wieder ein neues Produkt oder eine neue Marke für mich entdecke, kann ich Dir diese vorstellen. Ohne dass ich mich irgendwie verpflichtet fühlen muss, möglichst schnell ein Produkt aufzubrauchen zu verschwenden, weil der nächste Beitrag geschrieben werden will. Ich fühle mich einfach besser damit.

Selbstverständlich erfreue ich mich noch immer an Naturkosmetik. An minimalistisch formulierten Pflegeprodukten, Produkten für sehr helle Haut oder feines Haar. Ich mag es noch immer, neue Marken zu entdecken und neue Produkte auszuprobieren. Aber ich empfinde es einfach als nachhaltiger, wenn dies nach und nach geschieht — nicht parallel, alles auf einmal und am Ende kippen die Produkte um, weil ich sie nicht rechtzeitig aufbrauchen kann.

Naturkosmetik-Bloggerin zu sein und auf einen nachhaltigen Konsum zu achten muss sich also grundsätzlich nicht ausschließen. Generell finde ich, dass man das Interesse an Naturkosmetik mit einem nachhaltigen Lebensstil, ohne Produkte zu verschwenden oder im Überfluss zu besitzen, vereinen kann. Eine nette Idee kann es auch sein, einen Wunschzettel zu führen — nicht nur zu Weihnachten. Einfach die Produkte aufschreiben, die man sich gerne als nächstes gönnen möchte, sobald man die alten Produkte aufgebraucht hat. Dann ist es ein bisschen wie eine kleine Bescherung, wenn es endlich soweit ist. Manchmal stelle ich auch fest, dass ich nach einiger Zeit des Wartens diese Produkte gar nicht mehr kaufen möchte, weil ich sie vermutlich doch nicht so sehr brauche oder vielleicht nicht so gut finde, wie ich erst dachte.

Wie stehst Du diesem Thema gegenüber? Hast Du Dich mit dieser Problematik auch schon einmal konfrontiert gesehen oder habe nur ich diese komischen Gedanken? Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich vielleicht ein wenig zum Nachdenken (oder gar Überdenken des eigenen Kosmetikkonsums) anregen konnte. Wie auch immer — ich hoffe, dass Du eine wundervolle (Vor-)Weihnachtszeit hast und wünsche Dir bereits jetzt schon ein besinnliches und fröhliches Fest im Kreise Deiner Liebsten — denn mein nächster Beitrag wird erst nach Weihnachten kommen :-)